1 · Begriff und Form
Als Obelisk wird in der Gartengestaltung ein freistehender, vertikaler Körper bezeichnet, der sich nach oben hin verjüngt und mit einer pyramidenartigen Spitze, dem Pyramidion, abschließt. Die Form ist aus der ägyptischen Architektur übernommen und hat sich seit dem englischen und italienischen Garten der Neuzeit als stehendes Ornament etabliert.
Im heutigen Handel wird der Begriff in zwei Bedeutungen verwendet: einerseits als Bezeichnung für eine freistehende Rankhilfe (Rankobelisk), andererseits als Bezeichnung für ein rein dekoratives, nicht tragendes Gartenornament aus Stein oder Kunststein. Die Abgrenzung zur einfachen Rankstange und zum mehrteiligen Spalier verläuft über die geschlossene, aufrechte Silhouette.
2 · Bauformen im Handel
Im deutschsprachigen Handel lassen sich vier wiederkehrende Bauformen unterscheiden. Sie unterscheiden sich in Material, Herstellungsverfahren und Einsatzzweck, teilen jedoch die charakteristische sich verjüngende Silhouette.
| Bauform | Material | Typische Höhe | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Metall-Rankobelisk | Schmiedeeisen, Stahl, verzinkt | 150–260 cm | Rankhilfe, freistehend |
| Weidenobelisk | Kopfweide, handgeflochten | 140–200 cm | Rankhilfe, biologisch abbaubar |
| Holzobelisk | Lärche, Eiche, Bambus | 160–220 cm | Spalier, Rankgerüst |
| Steinobelisk | Sandstein, Kunststein | 80–180 cm | Gartenornament, nicht tragend |
3 · Materialien
Der überwiegende Teil der im Handel erhältlichen Gartenobelisken besteht aus Metall. Verwendet werden Vierkant- und Rundprofile aus Stahl, die entweder feuerverzinkt oder pulverbeschichtet sind. Schichtstärken der Pulverbeschichtung liegen typischerweise zwischen 60 µm und 100 µm.
Weidenobelisken werden aus Kopfweidenruten handgeflochten und gelten als biologisch abbaubar; ihre Lebensdauer im Freien wird üblicherweise mit drei bis fünf Jahren angegeben. Steinobelisken aus Kunststein (betongebundener Zuschlag) dienen in der Regel nicht als Rankhilfe, sondern als Ornament.
4 · Maße und Proportion
Als freistehend gilt ein Gartenobelisk, wenn seine Fußweite mindestens einem Viertel der Bauhöhe entspricht. Bei einer üblichen Höhe von 200 cm bedeutet dies eine Fußweite von wenigstens 50 cm. Liegt die Fußweite darunter, ist eine Verankerung im Boden durch einen Erdspieß oder ein einbetoniertes Fundament üblich.
5 · Verwendung im Garten
Typische Anwendungsbereiche sind Kletterrosen, Clematis, einjährige Rankpflanzen wie Wicken und Duftwicken sowie Kletterhortensien und Kapuzinerkresse. Der Obelisk wird meist freistehend in Beet oder Rabatte gesetzt; in Vorgärten tritt er auch als vertikales Gestaltungselement ohne bepflanzung auf.
Eine Übersicht aktueller Produkte findet sich auf der Kategorie-Seite § I Gartenobelisken. Für kleinformatige, nicht tragende Stücke siehe die dekorativen Obelisken; für Miniatur-Repliken historischer Denkmäler siehe Gedenk-Obelisken.
6 · Verwandte Formen
Verwandte Formen sind die Säulenrankhilfe, der Rosenbogen, das mehrteilige Spalier und die Pergola. Gegenüber diesen Formen unterscheidet sich der Obelisk durch die geschlossene, viereckige oder runde Silhouette und die pyramidenartige Spitze.